Vor 10 Jahren fand die erste SAS statt

Vor 10 Jahren fand die erste SAS statt
30.06.2026Swiss Automotive Show

Seit den Anfängen der SAS sind wir ständig bestrebt, das Besuchererlebnis für unsere Kunden und Geschäftspartner zu verbessern.

Eine Idee aus dem Osten und ein mutiger Entscheid standen am Anfang der Swiss Automotive Show (SAS), die nun bereits ihr 10-Jahre-Jubiläum feiert und von Rekord zu Rekord eilt, sei es bei den Ausstellern oder bei den Besuchern. Der Leiter des Organisationskomitees blickt auf die wichtigsten SAS-Meilensteine zurück.

Herr Moix, vor 10 Jahren fand in Niederbipp BE die erste Ausgabe der Swiss Automotive Show statt. Was waren die Hintergründe, eine eigene Hausmesse ins Leben zu rufen?
Sébastien Moix, SAS-Organisator und Marketingchef bei Derendinger: Einerseits war die Geschäftsleitung der Swiss Automotive Group fasziniert von einer Messe, die unsere Kollegen von Autonet – einem in Rumänien und Ungarn tätigen Unternehmen – in diesen beiden Ländern erfolgreich organisierte. Im Frühjahr 2016 lud der damalige CEO der Swiss Automotive Group, Sandro Piffaretti, eine kleine Schweizer Delegation ein, die «Autonet Mobility Show» zu besuchen. Die Messe im Fussballstadion von Cluj (Rumänien) konnte uns überzeugen, und wir entwickelten ein ähnliches Konzept für den Schweizer Markt.

Damals gab es ja beispielsweise noch die legendäre Halle 7 des Genfer Autosalons?
Ja, nur waren wir sehr enttäuscht über den Mangel an mittel- und langfristiger Weitsicht der Leitung des Autosalons sowie deren geringes Interesse am Aftersales-Bereich. Von Jahr zu Jahr verlor die Messe Aussteller, die Halle 7 verlor an Attraktivität für Fachbesucher, und es wurden keine mutigen Entscheidungen getroffen, um dem entgegenzuwirken. Mit der Gründung unserer eigenen Messe hatten wir die Möglichkeit, eine Veranstaltung zu schaffen, die den Bedürfnissen und Erwartungen unserer Kunden entsprach und gleichzeitig unseren Lieferanten und Ausstellern eine Plattform bot. Und wir hatten einen Plan B für den Fall, dass der Genfer Autosalon eingestellt oder die Halle 7 geschlossen würde.

Warum fand die erste Ausgabe in Niederbipp statt?
Im Sommer 2016 hatten wir unser Zentrallager von Oensingen SO nach Niederbipp BE verlegt. Wir hatten unser neues Lager mit einer vollautomatisierten Hochleistungs-Lagerlösung ausgestattet, die wir unseren Kunden unbedingt vorstellen wollten. Deshalb beschlossen wir, die erste Ausgabe der Swiss Automotive Show in Niederbipp zu organisieren und die Gelegenheit zu nutzen, um unsere neuen Logistikanlagen einzuweihen.

Die SAS startete 2016 mit 22 Ausstellern, im Jahr darauf hatte sich die Ausstellerzahl bereits mehr als verdreifacht. Wie war das möglich?
Für die erste Ausgabe der SAS stand uns nicht viel Zeit zur Verfügung. Auch die verfügbare Fläche war sehr begrenzt: ein kleiner Teil der Halle 1. Wir hatten daher beschlossen, nur etwa zwanzig Lieferanten einzuladen. Für die zweite Ausgabe der SAS hatten wir deutlich mehr Planungszeit und konnten die Erfahrungen aus der ersten Ausgabe nutzen, um bestimmte Punkte zu verbessern. Etwa mit dem Ausstellungszelt vor dem Gebäude, wodurch wir eine grössere Anzahl von Ausstellern unterbringen konnten.

Bei der dritten Ausgabe drängten sich bereits 104 Aussteller auf dem Gelände in Niederbipp und 4756 Besucher kamen. War dieses Wachstum der Grund, nach Freiburg zu wechseln?
Ja, auf jeden Fall. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass es etwas leichtsinnig von uns war, diese dritte Ausgabe an unserem Standort in Niederbipp durchzuführen. Wir hatten vor unserem Lager zwei Ausstellungszelte aufgestellt, was unsere Logistik fast drei Wochen lang stark beeinträchtigte. Zudem reichte unsere Infrastruktur nicht aus, um so viele Besucher zu versorgen. Daher mussten wir einen neuen Standort finden.

Aus welchen Gründen entschieden Sie sich für das Forum Fribourg?
Wir hatten Gespräche mit den drei Messezentren Forum Fribourg, BernExpo und Messe Luzern aufgenommen, und schon sehr bald fiel unsere Wahl auf den Standort in Freiburg, da die angebotene Infrastruktur unseren Bedürfnissen perfekt entsprach und der Standort nur einen Katzensprung von der Sprachgrenze entfernt lag. Zudem spürten wir bei den Mitarbeitenden des Forum Fribourg eine sehr grosse Motivation, unsere Messe auszurichten. In den fünf Jahren der Zusammenarbeit haben wir diese Entscheidung nie bereut.

In den Jahren 2020 bis 2022 mussten Sie während der Covid-Pandemie viel Einfallsreichtum beweisen und stellten die SAS digital in Rekordzeit auf die Beine. Hat sich dieser Aufwand gelohnt?
Als wir im Frühjahr 2020 beschlossen, die für Ende August geplante Veranstaltung abzusagen, war die Enttäuschung sehr gross – und auch der Frust. Wir verzeichneten eine Rekordzahl an Anmeldungen, hatten alle Vorbereitungsarbeiten in Angriff genommen und freuten uns riesig auf die Ausgabe 2020, die unter den besten Vorzeichen stand. In einer Sitzung des Organisationskomitees brachte ein Kollege die Idee auf, eine virtuelle Messe durchzuführen. Dieses Format bot mehrere Vorteile: Es ermöglichte uns, unter den gegebenen Umständen unseren Kunden die Neuheiten unserer Lieferanten zu präsentieren. Und wir konnten die Marke Swiss Automotive Show bei unseren Geschäftspartnern am Leben erhalten. Schliesslich fand die SAS digital zwischen Herbst 2020 und Frühjahr 2022 insgesamt viermal statt.

Seit 2019 bietet die physisch durchgeführte Messe jedes Jahr Live-Konzerte an, wie beispielsweise die von Pegasus oder 77 Bombay Street. Waren diese Konzerte notwendig? Und wie hat sich die Weiterentwicklung des Rahmenprogramms auf die Besucherzahlen ausgewirkt?
Seit den Anfängen der SAS sind wir ständig bestrebt, das Besuchererlebnis für unsere Kunden und Geschäftspartner zu verbessern. Aus diesem Grund stellen wir ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Rahmenprogramm zusammen: Fachvorträge, Live-Vorführungen, Unterhaltungsprogramm und Konzerte. Meiner Meinung nach ist die Aftershow am Freitagabend mittlerweile der Höhepunkt jeder Ausgabe. Es ist ein wunderbarer Zeitpunkt für den Austausch zwischen Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern von Derendinger. Und wenn wir das Glück haben, Bands wie Pegasus, Core Leoni, Carrousel, 77 Bombay Street oder Veronica Fusaro begrüssen zu dürfen, ermöglichen wir allen Anwesenden unvergessliche Momente. Ich erinnere mich, dass im vergangenen Jahr am Ende des Konzerts von 77 Bombay Street eine sichtlich gerührte Kundin zu mir kam und sagte, sie habe einen ihrer schönsten Abende erlebt.

2023 erfolgte das Rebranding von Derendinger, und mit 5193 Besuchern wuchs die SAS weiter. War das auch der Grund, wieso man von Freiburg nach Bern wechseln musste?
Nein, das war nicht der Grund. Das Forum Fribourg, das seit mehreren Jahren defizitär operierte, sah sich gezwungen, seine Geschäftsstrategie zu überdenken. Die Geschäftsleitung beschloss, die Ausstellungsfläche stark zu reduzieren, um ein Freizeitzentrum mit zahlreichen Angeboten für Familien zu schaffen. Diese Neuausrichtung des Forum Fribourg hat uns dazu gezwungen, einen neuen Standort für die SAS zu suchen. Diesmal fiel unsere Wahl auf die BernExpo, ein ideal gelegenes Messezentrum, in dem zahlreiche Fachmessen stattfinden.

Die SAS ist längst die wichtigste Messe für den Schweizer Aftermarket und all seine Player. Welche Möglichkeiten boten sich für deren Weiterentwicklung nach dem Wechsel 2024 nach Bern?
Die BernExpo ist eine in der Schweiz einzigartige Anlage, die jedes Jahr zahlreiche Messen, Kongresse, Konferenzen und Veranstaltungen beherbergt und mehr als eine Million Besucher anzieht. Mit der Eröffnung der neuen Festhalle im Frühjahr 2025 bietet der Standort BernExpo noch mehr Möglichkeiten. Im vergangenen Jahr haben wir dort unter anderem die Aftershow am Freitagabend sowie den Galaabend am Samstagabend für unsere carXpert-Partner organisiert.

Im vergangenen Jahr wurde mit 6474 Besuchern ein weiterer Rekord verzeichnet. Das Wachstum beschränkt sich aber nicht nur auf die steigende Zahl der Besucher und Aussteller, sondern betrifft auch die Qualität der Messe. Wie ist das möglich, und wie gross ist der Aufwand für Derendinger?
Die erste Ausgabe an einem neuen Standort mit neuen Ansprechpartnern ist nie einfach. Man muss sich erst zurechtfinden und Beziehungen zu den neuen Teams vor Ort aufbauen. Dabei unterlaufen zwangsläufig gewisse Fehler, die man im folgenden Jahr korrigieren kann. Genau das ist uns im letzten Jahr gelungen, indem wir bestimmte Programmpunkte angepasst und einige Ausstellungsbereiche verlegt haben. Nach jeder Ausgabe werfen wir einen sehr kritischen Blick auf die Messe und notieren alle Punkte, die wir verbessern möchten. Wir erhalten auch zahlreiche Rückmeldungen und Vorschläge von unseren Kollegen. Für Derendinger stellt die Organisation einer Messe wie der Swiss Automotive Show eine sehr grosse Investition dar – sowohl finanziell als auch personell. Die SAS ist logischerweise die kostspieligste Marketingmassnahme, bietet aber auch den besten Return on Investment. Und für Derendinger ist es zudem ein grossartiges menschliches Abenteuer, denn jedes Jahr bringt die Messe zahlreiche Mitarbeiter aus internen und externen Abteilungen zusammen, die direkt oder indirekt zum Erfolg dieser Veranstaltung beitragen.

Gibt es etwas, was Sie sich als Organisator nach zehn Messejahren an der SAS immer noch wünschen, aber noch nicht umsetzen konnten?
Selbstverständlich. Diese beiden Tage vergehen viel zu schnell. Kaum haben wir den Aufbau abgeschlossen, müssen wir schon den Abbau vorbereiten. Ich würde diese beiden Tage gerne mehr geniessen. Ich würde mir wünschen, mehr Zeit zu haben, um die Stände unserer Aussteller zu besuchen und mit unseren Besuchern zu sprechen. Ich würde gerne an Fachvorträgen oder Vorführungen teilnehmen. Wie meine Kollegen im Organisationskomitee würde ich mir wünschen, die Zeit für ein paar Stunden anhalten zu können, um den Moment voll und ganz zu geniessen.

Deine E-Mail Adresse wurde erfolgreich hinzugefügt
Während des Anmeldevorgangs ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuche es erneut oder kontaktiere uns.